Wenn ich sieben Wünsche hätte

siebenblat

Sieben Wünsche frei zu haben, ist mehr als in vielen Märchen. Die Zwerge oder Feen, die solche Wunder für eine gute Tat dem Held der Geschichte gewähren, können sich meist zu drei Wünschen durchringen. Denkt man einmal an die DEFA-Verfilmung „Das kalte Herz“, so werden die Wünsche, zumindest beim Glasmännlein in Raten erfüllt. Erst zwei und dann noch einen, aber erst später. In diesem Fall ist das reale Leben doch schon sehr großzügiger.

Wünsche die offen blieben

Zumindest hypothetisch gesehen. Es war eine Hausaufgabe im Leseunterricht der zweiten Klasse. Wir lasen die Geschichte vom „Blümchen Siebenblatt“. Eine Geschichte von Valentin Katajew. Es handelte von einem Mädchen namens Genia, die sich, abgelenkt durch die Dreistigkeit eines Hundes, verläuft. Eine Frau hilft ihr, indem sie Genia eine Blume schenkt, die sieben Blätter in jeweils einer anderen Farbe hat.

Natürlich wünscht sich Genia zuerst nach Hause zurück. Die Wünsche, die sie danach hat, sind nicht immer klug durchdacht. Hier kommen wir als Leser ins Spiel. Was hätten wir uns gewünscht, wären wir an Stelle von Genia? Kann ich mich eigentlich noch daran erinnern, was ich mir alles gewünscht hatte? An ein paar Wünsche. Ich wünschte mir jeden Tag meine Lieblingsspeise zum Mittag, dass ich immer alle Ergebnisse in der Arbeiten wusste und dazu ein kleines Männchen unter dem Tisch im Fach für die Bücher, dass mir alles vorsagte.

Meine Wünsche aus heutiger Sicht

Will ja an dieser Stelle nicht angeben, aber meine Lehrerin meinte, dass ich diesen Wunsch nicht nötig hatte. Meine Mitschüler fanden meine Wünsche ziemlich amüsant. Einige von ihnen hatte tatsächlich ernstere Wünsche. Heute über dreißig Jahre später stehe ich in einem Buchladen in unserer Stadt, zu dem ich gern gehe, um mich mithilfe der Bücher an meine Kindheit in der DDR zu erinnern.Während ich die Geschichte von damals als Serie „Vier Geschichten“ in der Hand halte, erinnere ich mich an die obige Hausaufgabe und meine Kinderträume, die ich damals hatte.

Ich bin aber nicht so melancholisch, dass ich mich frage, was aus diesen Träumen, die meist nur Fantastereien waren, geworden ist. Ich denke eher an die ernsten Wünsche meiner Mitschüler. Die ich mit meinen heutigen Blick auf die DDR als sozialistisch bezeichnen würde.Obwohl meine Lehrerin mir als offene Frau vorkam, weiß ich wirklich nicht, ob eine Hausaufgabe, wie diese auch dazu diente, die „Gesinnung“ von Kindern zu ergründen. Nicht ohne Grund wurde diese Geschichte im Unterricht behandelt.

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